Urlaub zwischen Donau und Altmühl

Zu einer genussvollen Radtour gehören idealerweise eine abwechslungsreiche Landschaft, kulturelle Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten zur Stärkung. Besonders wenn Kinder dabei sind, darf die Strecke nicht zu lang sein und sollte möglichst wenig Steigung aufweisen. In Bayerns Herzstück, zwischen dem Naturpark Altmühltal, dem Donaudurchbruch und dem Hopfenland Hallertau, gibt es 16 Rundtouren, die auf eine erlebnisreiche Reise durch eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft entführen. Manche von ihnen sind sogar kombinierbar mit einer entspannten Schifffahrt.

Zwischen Fels und Fluss

Die 50 Kilometer lange Altmühl-Donau-Tour beginnt in der alten Wittelsbacher-Stadt Kelheim. Ihr Wahrzeichen, die Befreiungshalle, liegt auf dem Michelsberg, weithin sichtbar über der historischen Altstadt. Weiter geht es entlang des Main-Donau-Kanals zu dem romantischen Ort Essing. Die Burgruine Randeck thront über den dicht an den Fels gedrängten Ort. Besondere Sehenswürdigkeiten auf dem Weg sind die Tropfsteinhöhle Schulerloch und der Tatzlwurm, eine der längsten Holzbrücken Europas. Im Anschluss führt der Weg vorbei an Burg Prunn, eine der besterhaltenen Burgen Bayerns, bis zur „Drei-Burgen-Stadt“ Riedenburg. Neben echt bayerischen gastronomischen Angeboten laden die Falknerei auf Schloss Rosenburg und das Kristallmuseum zu einem Besuch ein. Nach etwa 40 Kilometern erreicht man das Highlight der Tour: Das Kloster Weltenburg, mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt und seiner barocken Asamkirche. Gleich hinter dem Kloster eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Donaudurchbruch und das Naturschutzgebiet der Weltenburger Enge, die mit dem Europadiplom ausgezeichnet wurde.

Mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch

Für die letzte Etappe des Weges empfiehlt es sich, an Board eines Personenschiffes zu gehen. Auf der Strecke von Weltenburg zurück nach Kelheim bahnt sich die Donau ihren Weg durch bis zu 70 Meter hoch aufragende Kalkfelswände. Die Schiffe der „Kelheimer Flotte“ befahren täglich in regelmäßigem Linienverkehr die Strecke Kelheim – Donaudurchbruch – Kloster Weltenburg und befördern dabei auch Fahrräder.

Eine weitere schöne Radtour, die Weltenburg-Tour, die wegen ihres geringen Höhenprofils auch gut für Familien geeignet ist, führt über 40 km von Abensberg – dem Tor der Hallertau – über das Kloster Weltenburg, mit dem Schiff nach Kelheim und per Rad wieder zurück nach Abensberg. Hier lädt „Kuchlbauer’s Bierwelt“ mit Kuchlbauerturm und KunstHausAbensberg zum Verweilen ein. Eine kostenlose Radkarte erhält man beim Tourismusverband im Landkreis Kelheim oder online auf dessen Tourenportal www.rauszeit.bayern.

Familienurlaub in Bad Lauterberg

Wer sich im Frühjahr in Bad Lauterberg die Wanderschuhe schnürt und auf die umliegenden Berge im südlichen Harz steigt, wird mit traumhaften Ausblicken in die erwachende Natur belohnt: Gut ausgebaute Wanderwege führen beispielsweise auf den Kummelberg, wo der Bismarckturm hoch über den Baumwipfeln allen großen und kleinen Besuchern einen weiten Blick ins niedersächsische und thüringische Harzvorland schenkt. Auf der Harzer Sonnenseite verläuft auch der beliebte Fernwanderweg „Harzer Baudensteig“: Er verbindet weitere Aussichtstürme und gemütliche Ausflugslokale auf sechs Etappen von Bad Grund über Bad Lauterberg bis nach Walkenried. Rund um die Wanderbauden finden Familien und Spaziergänger aber auch markierte Rundwege für Tages- und Halbtagestouren. Und auf den Hausberg von Bad Lauterberg können sie sogar ganz bequem mit der Seilbahn emporschweben.

Besucherbergwerk und Schusterwerkstatt

Die frische Gebirgsnatur im Nationalpark Harz ist für die Kinder der größte Abenteuerspielplatz. Aber daneben warten in Bad Lauterberg auch erlebnisreiche Museen auf Familien: Im historischen Besucherbergwerk „Scholmzeche“ erfahren sie in einem Stollen aus dem 17. Jahrhundert, wie in früheren Zeiten unter Tage gearbeitet wurde. Das Südharzer Eisenhüttenmuseum zeigt im Industriedenkmal der alten Gießerei Königshütte, wie hier einst das erste Drahtseil der Welt entstand. Das Heimatmuseum lädt auf eine Zeitreise ins Mittelalter ein, in eine voll ausgestattete Nagelschmiede, eine Schuster- und eine Tischlerwerkstatt. Auf dem Bad Lauterberger „Boulevard“ locken Fachgeschäfte, Boutiquen, Restaurants und Cafés zu einem Einkaufsbummel. Und der große Kurpark bietet Kneippanlagen und Konzerte im Musikpavillon. Informationen gibt es unter www.badlauterberg.de.

Wellenbad, Einhornhöhle und Weltkulturerbe

Im Freizeit- und Erlebnisbad Vitamar finden Eltern und Kinder gleichermaßen Spaß und Entspannung: Die einen toben im größten Wellenbad im Harz, im Wildwasserkanal und in der 100 Meter langen Black-Hole-Rutsche, die anderen erholen sich in der Sauna und im großzügigen Außengelände. Zum Baden und Tretbootfahren lädt auch der Wiesenbeker Teich ein, der als ehemaliger Energielieferant für den Bergbau zum Unesco-Weltkulturerbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“ gehört. Weitere Ausflugsziele und Attraktionen sind von Bad Lauterberg aus schnell zu erreichen: Auf dicken Reifen fahren die „Monsterroller“ am Wurmberg in Braunlage über Stock und Stein. Die mystische Einhornhöhle bei Scharzfeld ist ein Informationszentrum des Unesco-Geoparks Harz. Und der Märchenpark Bad Sachsa zeigt Szenen in beweglichen Bühnenbildern mit handgeschnitzten Figuren.

Frühlingsreise in die thüringische Welterberegion Wartburg

Die mitten in Deutschland gelegene Welterberegion Wartburg Hainich ist vor allem im Frühling eine Reise wert. Der Nationalpark Hainich beispielsweise lockt nun mit seiner unberührten Natur und mit seinem reichen Bestand an Frühblühern – im Mai dürfen sich Wanderer an dichten Teppichen aus Bärlauch erfreuen. Ein immer seltener werdender Frühlingsbote ist der Märzenbecher mit seinen strahlend weißen Blütenglöckchen. In den naturnahen Wäldern des Nationalparks finden sich einige der größten natürlichen Vorkommen wildwachsender Märzenbecher innerhalb Deutschlands – ihr Anblick ist ein Augenschmaus, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Baumkronenpfad und Wildkatzendorf Hütscheroda

In der Wildnis des naturbelassenen Buchenwaldes haben aber nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere wie die Wildkatze, der Specht oder die Fledermaus ihr Zuhause. Von über 20 beschilderten Pfaden und Rundwanderwegen aus lässt sich der bezaubernde und von Menschenhand unbeeinflusste Urwald erleben. Die beliebtesten Attraktionen sind der Baumkronenpfad mit dem Nationalparkzentrum und der Wurzelhöhle und das Wildkatzendorf Hütscheroda. Die Welterberegion Wartburg Hainich ist sowohl für Naturliebhaber als auch für Kulturinteressierte touristisch hervorragend erschlossen.

Unesco-Weltkulturerbe Wartburg in Eisenach, Bad Langensalza und Mühlhausen

Seit fast einem Jahrtausend thront die Wartburg als eindrucksvolle Burg über Eisenach. Burgenromantik, der sagenumworbene Sängerkrieg, das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth, Luthers Aufenthalt und seine Übersetzung des Neuen Testaments – all das verleiht der Wartburg ihre besondere Anziehungskraft. Eisenach am Fuße der Wartburg glänzt mit einem historischen Stadtkern und über einhundertjähriger Automobiltradition. Die Geburtsstadt von Johann Sebastian Bach zeigt im Bachhaus die weltweit größte Ausstellung über den Komponisten.

Die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza besticht durch eine vielfältige Gartenlandschaft und die historische Altstadt mit ihren malerischen Fachwerkhäusern. Zehn Parks und Themengärten – etwa der exotische Japanische Garten und der duftende Rosengarten – machen die Stadt zum blühenden Kleinod und entführen in eine Welt voller spektakulärer und einprägsamer Panoramen. Auch Mühlhausen ist reich an architektonischen Zeugnissen von der Spätromanik bis zur Renaissance. Die begehbare Stadtmauer, die historische Altstadt mit den liebevoll sanierten Bürger- und Fachwerkhäusern und die elf gotischen Kirchen prägen das Stadtbild.

Alle Informationen zu den Orten und Sehenswürdigkeiten der Region sowie den entsprechenden Angeboten gibt es unter www.kultur-liebt-natur.de.

Größter Naturpark Niedersachsens

In unserer modernen, hochtechnisierten und dicht besiedelten Welt werden sie immer weniger: Refugien, wo die Natur sich noch frei entfalten kann, mit urwüchsigen Landschaftsformen und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Die Wilde Geest südwestlich der Städte Bremen und Oldenburg gehört zweifellos dazu. Mit einer Ausdehnung von rund 1.500 Quadratkilometern handelt es sich um den größten Naturpark Niedersachsens und einen der größten bundesweit. Ganz so wild, wie der Name es vermuten lässt, zeigt sich die Region dem Naturfreund aber nicht: Vor allem auf sanfte Art – allein mit Muskelkraft, auf Wanderwegen, im Fahrradsattel oder im Paddelboot – will die Naturlandschaft mit Mooren, Wasserflächen und viel Grün entdeckt werden.

Revier für Freizeitradler

Wer die Ruhe schätzt und individuelle Touren bevorzugt, ist in der Wilden Geest genau richtig: Ein engmaschiges Netz gut ausgebauter und ausgeschilderter Rad- und Wanderwege macht es einfach, die Natur auf eigene Faust und dafür umso unmittelbarer zu erleben. Es gibt kaum Steigungen, deshalb ist die Geest-Landschaft das richtige Revier auch für weniger geübte Radtouristen. Für einen ersten Eindruck der Region ist beispielsweise der Hunte-Radweg besonders gut geeignet. Er nimmt im Hafenstädtchen Elsfleth seinen Anfang und führt quer durch die Wesermarsch nach Oldenburg und von dort weiter bis zum Dümmer-See. Die Flussradstrecke misst 137 Kilometer und lässt sich sehr gut in vier Tagesetappen meistern. Eine Radreise wert ist auch der Geestweg, der sich über 177 Kilometer von Meppen an der Ems bis nach Bremen an der Weser erstreckt. Mehr Informationen und das aktuelle, kostenfreie „Urlaubsjournal“ mit vielen Tipps erhält man unter www.wildegeest.de.

Auf dem Wasser unterwegs

Die Flüsse des Naturparks eröffnen aus dem Paddelboot ganz andere Perspektiven auf die Landschaft. Für Familien ist eine Tour auf der Hunte mit ihrem gemächlichen Fließtempo sehr gut geeignet. Auf dem besonders attraktiven Abschnitt zwischen Wildeshausen und Oldenburg erwarten sie verwunschene Flussbiegungen, die man fast nur vom Wasser aus erreichen kann. Wer noch tiefer in die Geschichte der Region eintauchen will, kann das „Haus im Moor“ besuchen. Das Naturschutz- und Informationszentrum in Goldenstedt vermittelt auf spielerische Art viel Hintergrundwissen. Nicht verpassen sollte man hier einen Gang durch den Moortunnel, der an Legenden und Schicksale erinnert – etwa das von Jan Spieker, der 1828 im Moor versank und erst 150 Jahre später gefunden wurde. Jahrtausendealte Botschafter der Prähistorie wiederum stellen die Großsteingräber dar, etwa die Steingruppe Glaner Braut.

Ilmenau

Unter dem Motto „Thüringer Tischkultur“ lädt der ganze Freistaat Thüringen zu Genussreisen ein und lockt mit regionalen Köstlichkeiten von Saale-Unstrut-Wein über Nougat, Rapsöl und Senf bis zu den berühmten Thüringer Klößen. Und zur stilvollen Gaumenfreude gehören im Land von Goethe, Schiller und der Wartburg auch regionale handwerkliche Schätze aus Glas, Keramik, Porzellan und Holz, denn das Auge isst bekanntlich mit. Besonders überraschend und unterhaltsam ist in diesem Sinne die Sonderausstellung „Vom Auerhahn zur Schwanendose – Kuriositäten der Tischkultur“ im GoetheStadtMuseum in Ilmenau, zu sehen vom 29. April bis 14. Oktober.

Der Mops als Dose

Eine edle Fayence-Pastetendose kommt in Form eines Mopses daher, ein gläsernes Trinkgefäß stellt sich als aufwendiges, filigranes Schiff dar, und Scherzgefäße aus farbigem Glas laden als Schnapshunde, Stiefel oder Pokale zum Trinken und Feiern ein. Sogenannte Schaugerichte – Geschirr in Form von Pflanzen und Tieren – dienten im 17. und 18. Jahrhundert zur Belustigung an der höfischen Tafel. Eine Spezialität der Ilmenauer Porzellanmanufaktur waren Schwanen- und Entendosen, die auch in bürgerlichen Haushalten zur Aufbewahrung von Butter und Pasteten beliebt waren. Die Ausstellung erzählt auch die Geschichten, die sich hinter den ausgefallenen Stücken verbergen. Und sie hinterfragt heutige Kuriositäten auf dem gedeckten Tisch: Was werden unsere Nachfahren wohl über Pfeffer- und Salzstreuer in Form verliebter Pärchen sagen? Alle Informationen sind unter www.ilmenau.de zu finden.

Der Auerhahn auf dem Hausberg

Ein historisches Rezept der Ilmenauer Gaststätte „Auerhahn“ verrät einiges über die Qualität der Pasteten aus dem Fleisch dieses Waldvogels, nach dem der Ilmenauer Hausberg „Kickelhahn“ benannt ist. Wer auf dem Goethewanderweg auf seinen 861 Meter hohen Gipfel steigt, kommt am Museum Jagdhaus Gabelbach vorbei, wo Goethe oft zu Gast war. Hier sind ausgestopfte Auerhähne zu sehen, die in freier Wildbahn heute selten sind, sowie der Festsaal, in dem früher prunkvoll getafelt wurde. Um die „Thüringer Tischkultur“ zu erleben, ist das beschauliche Städtchen Ilmenau ein guter Ausgangspunkt, denn kulturträchtige Orte wie Erfurt, Eisenach, Gotha, Weimar und Jena, berühmte Thüringer Porzellanmanufakturen und gastliche Weingüter sind von hier schnell zu erreichen.

Lüneburger Heide

Mitten in der Natur urlauben, sein eigenes Reich haben und trotzdem den Komfort einer modernen Ferienanlage genießen? Das ist möglich, denn immer mehr idyllisch gelegene Campingplätze öffnen sich für Gäste, die ohne Zelt oder Wohnwagen anreisen und bieten ein umfangreiches Freizeitangebot direkt vor der Tür. Zum Beispiel in der Lüneburger Heide.

Rundum-sorglos-Paket

Vor allem für Familien hat der Urlaub in einer Campinganlage viele Vorteile: Die Kinder finden schnell Anschluss, man kann sich selbst versorgen, aber auch jederzeit das Restaurant besuchen – ganz nach Lust und Laune. Gleichzeitig ist man „mittendrin“, genießt das Gemeinschaftsgefühl und hat dennoch sein eigenes, kleines Reich. „Wir haben zunehmend Gäste, die ohne Zelt oder Wohnwagen anreisen, sich aber trotzdem für die Atmosphäre hier mitten in der Natur begeistern“, sagt Mark Charitonenkow. Seine Familie führt seit drei Generationen den Campingplatz „Auf dem Simpel“ bei Soltau, mehr Infos unter www.auf-dem-simpel.de. Für diese Urlauber stehen unterschiedliche Unterkünfte zur Wahl, darunter Schlaffässer und Ferienhäuser. Entspannt bleibt es auch, wenn mehrere Familien – Camper und Nicht-Camper – gemeinsam urlauben wollen. Feste Unterkünfte und Stellplätze liegen dicht beieinander. Ein weiterer Vorteil: Wer nicht sicher ist, ob Camping etwas für ihn ist, kann in diesen Anlagen einfach ein paar Tage hineinschnuppern.

Ausflugsziele ohne Ende

Das Freizeitangebot kann sich auf vielen Campingplätzen durchaus mit dem Angebot großer Ferienanlagen messen: Freibad, Sportmöglichkeiten, Unterhaltungsprogramm, Gemeinschaftsabende – alles, was man für entspannte Urlaubstage braucht, findet sich oft direkt vor Ort. Noch schöner ist es natürlich, wenn die Umgebung so viel zu bieten hat wie die Lüneburger Heide: Radler und Wanderer finden hier abwechslungsreiche Wege durch den Naturpark. Diverse Freizeitparks wie der Heide Park liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt. In der Heidestadt Soltau wartet außerdem die Soltau-Therme. Auch Tagesausflüge nach Hamburg, Bremen oder Hannover sind mit Auto oder Bahn bequem möglich.

Die Heide selbst kann man leicht per Rad erkunden. Wer sich lieber fahren lässt, entdeckt die einzigartige, violette Landschaft bei einer gemütlichen Kutschfahrt oder steigt in den Heide-Shuttle, einen kostenlosen Ringverkehr mit Bussen, auf denen auch Fahrräder Platz haben – und kehrt dann abends zurück in sein kleines Reich mitten in der Natur.

Winterzauber im Bayerischen Wald

Frische Luft – davon gibt es vor allem in den großen deutschen Städten viel zu wenig. Beim Gedanken an die Belastung durch Stickoxide und Feinstaub raubt es manchem buchstäblich den Atem. Ganz anders sieht es in ländlichen Gebieten aus. In und um den Nationalpark Bayerischer Wald beispielsweise wird eine besonders klare Luft gemessen. Das alleine wäre schon Grund genug, um hier Urlaub zu machen. Doch die Ferienregion rund um Deutschlands ersten Nationalpark wird auch wegen ihrer vielfältigen Angebote für Winterurlauber geschätzt. Vom Großen Arber bis zur tschechischen Grenze bei Mauth-Finsterau erstreckt sich die abwechslungsreiche Urlaubsregion mit ihren insgesamt 13 Gemeinden. Sie halten für Naturverbundene zahlreiche Schmankerl bereit.

Wie ein Trapper in der Wildnis

Wie ein Trapper kann man sich beispielsweise bei einer Schneeschuhtour durch den Winterwald fühlen. Auch wenn man sich an die Fortbewegung auf den breiten Schuhen erst einmal gewöhnen muss, so gilt dieser Trendsport doch als gesundheitsfördernd und kreislaufschonend und ist daher für jedes Alter geeignet. Ein besonderes Erlebnis für sportlich Ambitionierte ist die Wanderung durch dicht verschneite Wälder auf den Großen Arber hinauf. Die Mühen des Aufstieges sind bei der herrlichen Aussicht und einer Rast in der bewirtschafteten Hütte schnell vergessen. Auch bei Snowboardern sind Schneeschuhe beliebt. Sie wandern damit den Berg hinauf, um anschließend durch den Tiefschnee hinunter zu gleiten. Wer sich ein individuelles und ganz nach seinen Wünschen gefertigtes Snowboard zulegen möchte, ist bei Florian Hollmann genau richtig. In Špicák, nahe des tschechischen Spitzbergs, fertigt der ehemalige Snowboard-Profi in sorgfältiger Handarbeit Snowboards, Ski sowie Long- und Wakeboards.

Weite, glitzernde Schneelandschaft

Kräftig durchatmen und dabei die klare Winterluft genießen – das kann man auch auf einer der zahlreichen präparierten Langlaufloipen in der Region. Diese Aktivität ist ideal für Naturliebhaber, die abseits vom Trubel des alpinen Skisports genüsslich durch die glitzernde Schneelandschaft gleiten möchten. Ein besonderes Erlebnis ist eine Tour auf den Nachtloipen, die teilweise bis 21 Uhr beleuchtet sind und für eine eindrucksvolle Stimmung sorgen. Eine Auswahl verschiedener Langlaufloipen finden Wintersportler unter www.ferienregion-nationalpark.de. Passionierten und geübten Langläufern sei besonders die Bayerwaldloipe empfohlen. Sie zieht sich auf rund 150 Kilometern quer durch den Bayerischen Wald und führt auch durch die Ferienregion.

Thementouren machen Lust auf Baden-Württemberg

Mit dem Wohnmobil von einem Ort zum anderen fahren und direkt vom Stellplatz aus zu weiteren Entdeckungstouren starten: Das ist für viele die schönste Art des Reisens. Das nördliche Baden-Württemberg zwischen Stuttgart und Heidelberg, Heilbronn und Aalen hat sich ganz auf Wohnmobilisten eingestellt – mit vielen Stellplätzen, hilfreichem Kartenmaterial und einem informativen Internetportal www.wohnmobil-bw.de, auf dem abwechslungsreiche Themenrouten vorgestellt werden. So lässt sich bereits vorab der nächste Urlaub planen. Genau das Richtige für Kulturinteressierte sind etwa die Wohnmobilrouten „Burgen, Schlösser und Klöster“ sowie „Fachwerk und Stadtkultur“. Dabei gibt es zahlreiche Kleinode zu entdecken:

– Ein Muss auf der Reise ist ein Besuch des Unesco Weltkulturerbes Kloster Maulbronn, das als die am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage der Zisterzienser nördlich der Alpen gilt. Der Wohnmobilstellplatz Talaue mit Blick auf den Klosterberg befindet sich in unmittelbarer Nähe des Klosters.

– Hoch über dem idyllischen Jagsttal thront Schloss Langenburg. Besucher können im Schlossmuseum Spannendes entdecken und im Deutschen Automuseum prächtige Oldtimer bestaunen. Der angrenzende Waldkletterpark verspricht Spaß und Action.

– Gleich vier Burgen – Burg Schadeck, Hinterburg, Mittelburg und Vorderburg – gibt es in der schönen Stadt Neckarsteinach zu sehen, ein weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannter Ausflugs- und Erholungsort vor den Toren Heidelbergs.

– Das malerische Ellwangen an der Jagst lädt dann entlang der Themenroute „Fachwerk und Stadtkultur“ zu einer Stippvisite ein. Barocke Stiftherrenhäuser, prächtige Kirchen wie die romanische Basilika St. Vitus oder das fürstpröpstliche Schloss sind nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten.

– Auch die „Daimlerstadt“ Schorndorf im idyllischen Remstal hat viel zu bieten. Autoliebhaber können dem Geburtshaus Gottlieb Daimlers einen Besuch abstatten, das heute ein Museum beherbergt. Reizvoll ist eine historische Stadtführung, die unter anderem zum schönen mittelalterlichen Marktplatz führt.

– Ganz besonderes Flair erwartet Besucher ebenso in Bad Wimpfen. Die größte Kaiserpfalz nördlich der Alpen mit ihren markanten Türmen ist als Gesamtensemble erhalten. Auf einer spannenden Themenführung kann man die Stadt kennenlernen. Der Wohnmobilplatz am SRH Gesundheitszentrum liegt nur wenige Minuten entfernt von der prächtigen Altstadt.

Landkreis Rottweil mit besonderen Weihnachtsschmankerl

Am Adventskranz die Kerzen anzünden, auf dem Weihnachtsmarkt kleine Geschenke auswählen, den Tannenbaum schmücken und die Krippe aufstellen: Die Zeit rund um das Weihnachtsfest steckt voller Traditionen. Einige Sitten, Gebräuche und Dinge reichen Jahrhunderte zurück. Weihnachtsfreunde, die mehr über diese Festkultur erfahren wollen, sollten einen Ausflug in den Landkreis Rottweil unternehmen. Hier warten ein schöner Winterspaziergang mit einem Ausstellungsbesuch in historischen Gemäuern und ein anschließender Kuchengenuss im herrlich-plüschigen Schlosscafé. In der baden-württembergischen Region, wo Schwarzwald und Schwäbische Alb zusammentreffen, locken nicht nur eine schöne Natur und die älteste Stadt Baden-Württembergs Rottweil, sondern auch ein sehenswertes Wasserschloss und eine prächtige Krippe, die „lebendig“ gemacht wird.

Weihnachtskunst im Wasserschloss Glatt

Das Kultur- und Museumszentrum Schloss Glatt in Sulz am Neckar mit seinem abwechslungsreichen Kulturprogramm ist eigentlich immer einen Besuch wert. Vom 18. November 2017 bis 04. Februar 2018 gibt es hier mit der Ausstellung „Weihnachtsbräuche und Weihnachtskunst im schwäbischen Raum“ ein besonderes Schmankerl zu sehen. Die Ausstellung rückt die historische Entwicklung der weihnachtlichen Festkultur vom 16. bis ins 21. Jahrhundert in den Blick, zeigt Kunstwerke und Objekte, Druckwerke und Manuskripte. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Weihnachtskrippen. Bei einem Stück Schwarzwälder Kirschtorte aus eigener Konditorei kann man sich anschließend stilecht im Schlosscafé stärken. Weitere Informationen unter www.schloss-glatt.de.

Die Herrenkramersche Krippe

Ein einzigartiges Stück Weihnachten und ein detailreiches Meisterstück des Krippenbaus lässt sich auch im Stadtmuseum Rottweil bewundern: die Herrenkramersche Krippe. Ungefähr sieben Meter lang und 2,50 Meter hoch ist diese um 1760 entstandene Nachbildung der Rottweiler Stadtkulisse, die über dem Stall von Bethlehem thront. Das Besondere daran: Die Herrenkramersche Krippe wird „lebendig gemacht“ und vom zweiten Weihnachtsfeiertag bis Ende Januar immer an Sonn- und Feiertagen bespielt.

Eine Vielzahl von Weihnachtskrippen sind auch in der Alten St.-Laurentius-Kirche in Schramberg-Sulgen beherbergt — allesamt Schöpfungen eines engagierten Krippenkünstlers: Albert Fehrenbacher. Sein Hauptwerk ist die 1964 vollendete „Völkerkrippe“. Ebenso sehenswert ist die Beuter-Krippe in Stetten. Die in einem Schaukasten ausgestellte Krippe ist im sogenannten orientalischen Stil gestaltet, bedeckt eine Fläche von annähernd 17 Quadratmetern und umfasst weit mehr als 180 Figuren.

Die Region Naturgarten Kaiserstuhl lockt mit vorweihnachtlichem Genuss

Das Warten aufs Christkind versüßen sich viele Menschen mit sinnlichen Erlebnissen. Gerade Weingegenden wie etwa der Naturgarten Kaiserstuhl mit seinen historischen Städtchen, kulturellen Angeboten und kulinarischen Traditionen präsentieren sich in der Vorweihnachtszeit als stimmungsvolle Kulisse. Die hügelige Region zwischen Schwarzwald und Rhein, wo in der warmen Jahreszeit Obst und Reben gedeihen, bietet mit ihrem „Wein-Advent“ ein vielseitiges Programm für jeden Geschmack. Das Spektrum reicht von Adventsschifffahrten über Glühweinnächte bis zum Winzerkeller-Krimi. Und in den Winzerorten rund um Kaiserstuhl und Tuniberg laden natürlich auch zahlreiche Weihnachtsmärkte zum Schlendern, Staunen und Schlemmen ein.

Zeitreisen und Stippvisiten

In Vogtsburg-Burkheim mit seinen prächtigen Fachwerk- und Patrizierhäusern findet beispielsweise am ersten Adventswochenende ein Weihnachts- und Mittelaltermarkt statt. Zwischen 100 Marktständen im Lichterschein von mehr als 70 Christbäumen kann man eine kleine Zeitreise unternehmen oder sich einem Rundgang mit dem Nachtwächter anschließen. Das Rheintor in Breisach, eines der aufwändigsten Festungstore Europas, beherbergt nicht nur das Museum für Stadtgeschichte, sondern am zweiten Adventswochenende auch einen kunsthandwerklichen Markt. Am dritten Adventwochenende locken kulturell-kulinarische Veranstaltungen wie Kabarett auf Schloss Rimsingen, der Endinger Weihnachtsmarkt, ein Glühweinabend am Weinhaus in Merdingen und das Weihnachtskonzert des Musikvereins Ihringen.
Unter www.naturgarten-kaiserstuhl.de gibt es weitere Informationen zur Region und zu den Terminen und Angeboten des Wein-Advents.

Badisch-elsässische Wintertour

Die Region Kaiserstuhl-Tuniberg ist jedoch auch idealer Ausgangspunkt für Stippvisiten ins benachbarte Elsass. Nur fünf Kilometer von Breisach entfernt auf der anderen Seite des Rheins liegt die französische Partnerstadt Neuf-Brisach. Sie wurde – wie auch das Breisacher Rheintor – vom Festungsbauer Vauban am Anfang des 18. Jahrhunderts in Form eines Achtecks erbaut und gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Intensives und genussvolles Kennenlernen der kulturellen Highlights rechts und links des Rheins ermöglicht zum Beispiel das Pauschalangebot „Badisch-elsässische Wintertour“. Neben drei Übernachtungen mit Frühstück in Breisach gehören zum Paket ein Ausflug nach Freiburg mit Stadtführung, ein Besuch von Colmar sowie eine Kellereiführung mit Wein- oder Sektprobe.