Jurasteig in Bayern

Angenehme Temperaturen und leuchtende Farben machen den goldenen Herbst für viele zur schönsten Wanderzeit. Jetzt heißt es raus in die Natur, den Alltag vergessen und den Kopf frei bekommen. Anspruchsvoll und abwechslungsreich lockt beispielsweise der Qualitätsweg Jurasteig mit seinen eindrucksvollen Karstfelsen und idyllischen Flusslandschaften zwischen Lauterach und Altmühl, Naab und Weisser Laber.

Vor allem für Naturliebhaber

Der Qualitätsweg verläuft auf einer Länge von 237 Kilometern als Rundweg zwischen Regensburg, Amberg, Neumarkt und Kelheim. Auf den 13 Tagesetappen atmet man den Duft von Wacholderheiden ein, die sich an zerklüftete Felsen schmiegen. Man folgt tief eingeschnittenen Flusstälern und durchquert lichte Kiefernwälder. “Die Stärke des Weges liegt vor allem in seinem naturnahen Verlauf. Knapp 40 Prozent unbefestigte Wege und ein Pfadanteil von rund 15 Prozent lassen im besonderen Maße Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen”, fasst der Deutsche Wanderverband zusammen. Aber auch idyllische Ortschaften wie Kallmünz mit seiner Burgruine, der Kurort Bad Abbach oder die Klosterburg Kastl sind Ziele, die direkt am Weg liegen und erwandert werden wollen.

Die Route individuell zusammenstellen

Alle Etappen der Hauptroute bieten unvergessliche Eindrücke, die Längen von zehn bis 27 Kilometer entsprechen Gehzeiten von etwa drei bis acht Stunden. Wer nicht die gesamte Strecke bezwingen möchte, kann sich unter www.jurasteig.de eine individuelle Route zusammenstellen. Zusätzlich gibt es 18 Rundwege, die sich als Tagestouren eignen: Die Donau-Schlaufe beispielsweise führt auf rund 16 Kilometer vom Kloster Weltenburg nach Hienheim, wo man mit der Seilfähre nur mit der Kraft der Strömung nach Eining übersetzt. Nach einer Pause im Biergarten an der Fähre können Geschichtsfans einen Abstecher zum Römerkastell Abusina unternehmen oder sich entlang der Donau direkt zurück zum Kloster Weltenburg bewegen. Weitere Wandertipps aus dem Bayerischen Jura findet man im Internet unter www.bayerischerjura.de.

Frankenwald

Rotgoldene Wälder und herbstlich-milde Temperaturen – wer abseits des Massentourismus seiner Wanderleidenschaft frönen möchte, ist im Frankenwald gut aufgehoben. Die Region mit ihrer Ursprünglichkeit wurde 2015 als erstes Wandergebiet in Bayern mit dem begehrten Zertifikat “Qualitätsregion Wanderbares Deutschland” ausgezeichnet. Im steten Wechsel von Hochflächen, bewaldeten Bergrücken und Wiesentälern liegen etwa der 242 Kilometer lange Fern-Rundwanderweg “FrankenwaldSteig” und die 32 “FrankenwaldSteigla” eingebettet. In Halbtages- oder Tagestouren lässt sich die Gegend mit allen Sinnen erkunden. Unter den Leitthemen “Stille hören”, “Wald verstehen” und “Weite atmen” lassen sich die schönsten Rundwanderwege des Frankenwaldes mit einer Länge zwischen fünf und 18 Kilometern erwandern.

Das Wanderdrehkreuz verbindet

Als Ausgangspunkt für eine Wanderung eignet sich beispielsweise das Bayerische Staatsbad Bad Steben, von Insidern als “Herzstück” der Region bezeichnet – Infos unter www.bad-steben.de. Besonderes Highlight: Nur sechs Kilometer entfernt befindet sich das in Deutschland einzigartige “Drehkreuz des Wanderns” im Frankenwald, wo gleich fünf überregional bekannte und zum Teil qualitätsgeprüfte Fernwanderwege starten und enden. Anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten bezeichnete die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf den Frankenwald als eine Erlebnisregion für den sanften Tourismus. Zudem stärke das neue Wanderdrehkreuz die Anziehungskraft der Region und lasse Bayern und Thüringen durch die gemeinsamen Wanderrouten noch enger zusammen wachsen.

Relaxen und entspannen

Nach einer Wandertour lädt die Therme im Staatsbad Bad Steben mit Naturmoor, Radon und Kohlensäure zum Relaxen und Entspannen ein. Die Sinne werden im “Pavillon des Fühlens” und “Pavillon des Hörens” geschult, die Atemwege “freuen” sich über einen Besuch in der Solegrotte mit salzgesättigter Luft. Gut zu wissen: Auch späte Gäste sind willkommen, denn die Therme hat bis 22 Uhr geöffnet.

Herbstlicher Kulturausflug in die Oberlausitz

Die milden Herbsttage eignen sich besonders gut für einen Städte-Kurzurlaub. Wie reizvoll und erlebenswert kulturelle Vielfalt sein kann, erfährt man beispielsweise bei einem Besuch in Bautzen in der Oberlausitz. “Die 1.000-jährige ehemalige Grenzfeste blickt auf eine wechselhafte Vergangenheit zurück”, weiß Reiseexpertin Beate Fuchs von rgz24.de. Kriege, Handel, Königsparaden und Jubelfeiern – all das hinterließ Spuren bis in die heutige Zeit und zeigt sich eindrucksvoll in den zahlreichen denkmalgeschützten Gebäuden aus Gotik, Renaissance oder Barock. Doch es ist nicht nur die deutsche Geschichte, die sich hier widerspiegelt. Auch die Sorben, ein kleines slawisches Volk, sind hier seit Jahrhunderten zu Hause und prägen das Stadtbild mit ihren bunten Bräuchen und einer eigenen Sprache.

Historische Altstadt und 17 Türme

Wer mehr über die historischen Hintergründe erfahren möchte, nimmt am besten an einer der verschiedenen Stadtführungen teil, die auch als Kostümführungen oder thematische Rundgänge angeboten werden. Details dazu gibt es unter www.tourismus-bautzen.de oder direkt bei der Tourist-Information, wo auch die Führungen starten. Los geht’s durch die Altstadt mit ihren engen Gassen und weiter zu den alten Befestigungsanlagen mit ihren hohen Türmen und wehrhaften Bastionen. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört unter anderem “die Wasserkunst” – das Wahrzeichen der Stadt. Einst versorgte dieses Schöpfwerk die Bürger mit Wasser. Aus der Tiefe des Spree-Tales förderten Pumpen das kostbare Nass in den fast 40 Meter über der Flusssohle gelegenen Kupferkessel. Mit ihrem Bau war Bautzen die zweite Stadt in Deutschland, die eine ständige Wasserversorgung hatte.

Deutsch-Sorbisches Volkstheater

Ein besonderes Kulturerlebnis ist das deutsch-sorbische Volkstheater mit seinen beiden Spielstätten im großen Haus sowie dem Burgtheater in der historischen Ortenburg. Im Programm des einzigen professionellen bikulturellen Theaters Deutschlands stehen verschiedene Schauspielproduktionen, Ballett, Opern sowie zahlreiche Konzerte. Die sorbischen Inszenierungen werden per Kopfhörer simultan ins Deutsche übersetzt.

Fünf-Flüsse-Radweg

Radeln mit Genuss ist angesagt auf dem steigungsarmen Fünf-Flüsse-Radweg, der sich durch die Flusstäler des Bayerischen Jura und der Frankenalb schlängelt. Das leise Plätschern des Wassers ist dabei ein ständiger Begleiter, und doch gleicht kein Kilometer dem anderen, denn die idyllische Kulisse von Donau, Altmühl, Pegnitz, Vils und Naab wechselt ständig und bietet immer wieder neue Anblicke.

Gespickt mit Sehenswürdigkeiten

Um den Radweg in seiner ganzen Pracht zu erradeln, müssen rund 300 Kilometer zurückgelegt werden. Der Rundkurs führt durch drei Naturparks und ist mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten gespickt. Die majestätischen Felswände des Weißen Jura im Altmühltal liegen auf seiner Strecke, wie auch die Burg Prunn und die Benediktinerabtei Plankstetten. Auch das Naturdenkmal Donaudurchbruch wird gestreift, wo sich ein Abstecher zum ältesten Kloster Bayerns, dem Kloster Weltenburg, lohnt. Zwischen Kelheim und Dietfurt an der Altmühl geht es an der größten Bergkristallgruppe der Welt vorbei, sie ist im Kristallmuseum Riedenburg ausgestellt. Weitere Höhepunkte sind die mittelalterliche Fürstenstadt Amberg, das malerische Kallmünz und die Welterbestadt Regensburg. Wer gemütlich radelt, benötigt fünf Tage, sportliche Fahrer meistern die Strecke in drei Tagen. Tourentipps, Kartenmaterial mit Geo-Daten und Gastgeberverzeichnisse gibt es unter www.fuenf-fluesse-radweg.de.

Auch einzelne Etappen lohnen sich

“Der Radweg eignet sich auch für einen Wochenendausflug, denn der Einstieg ist überall an der Strecke möglich, jede einzelne Etappe für sich erlebenswert”, weiß Beate Fuchs vom Verbraucherportal rgz24.de. Attraktive Abkürzungen und Alternativen für Radler, die nicht die ganze Tour fahren möchten, sind zum Beispiel der Schweppermannradweg, der Lauterachtal-Radweg, der Schwarze-Laber-Radweg, der Naab-Altmühl-Radweg und der Pegnitz-Laber-Radweg. Überall an der Strecke gibt es Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten, Rastplätze und Fahrrad-Reparaturwerkstätten. Für ein gänzlich unbeschwertes Radeln empfiehlt sich das “Radwandern ohne Gepäck”.

Eine herbstliche Tour auf dem idyllischen Fulda-Radweg

Bunte Blätter an den Bäumen, die Landschaft erstrahlt in warmen Gelb-, Rot- und Brauntönen. Der Herbst ist die beste Gelegenheit, um vor der kalten Jahreszeit noch möglichst viele Stunden draußen zu verbringen und wärmende Sonnenstrahlen zu tanken. Nicht zuletzt Radfahrer genießen die goldenen Tage, beispielsweise bei einer Tour auf einem der bekannten deutschen Flussradwege.

Als einer der schönsten gilt der vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit vier Sternen zertifizierte Fulda-Radweg. Beginnend an der Quelle der Fulda auf der 950 Meter hohen Wasserkuppe in der Rhön, folgt er dem Fluss über 193 Kilometer durch landschaftliche Idyllen, reizvolle Auen und endet am Zusammenfluss von Fulda und Werra in Hannoversch Münden. “Die Strecke ist fast vollständig asphaltiert, verzeichnet keine größeren Steigungen und ist deshalb auch für Familien bestens geeignet”, so Beate Fuchs, Reiseexpertin beim Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de.

Lohnenswert: Ein Besuch in Rotenburg an der Fulda

Der Fuldaradweg führt auch mitten durch die historische Altstadt von Rotenburg an der Fulda. Das über 750 Jahre alte Landgrafenstädtchen im Mittleren Fuldatal mit seinen vielen Fachwerkhäusern ist einen ausgedehnten Besuch wert: Die spätgotische Jakobikirche auf dem Marktplatz, die Stiftskirche, das Schloss mit weitläufigem Park und alten Baumbeständen sowie das Rathaus im Renaissancestil zeugen von der langen Geschichte der Stadt. Sehenswert sind zudem das Kreisheimatmuseum, das überregional bekannte Puppen- und Spielzeugmuseum oder auch das Jüdische Museum in der ehemaligen Mikwe, dem jüdischen Ritual- und Taufbad. In Rotenburg gibt es fahrradfreundliche “Bett+Bike”-Betriebe, die kostenlose Teilnahme an öffentlichen Stadtführungen ist möglich. In der Tourist-Information wartet ein Willkommensgeschenk auf jeden Pedalritter.

Pauschale: Der Fulda-Radweg von der Quelle bis zur Mündung

Die Tourist-Information der Stadt Rotenburg bietet auch eine Pauschale für den gesamten, 193 Kilometer langen Fulda-Radweg an. Sie enthält fünf Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück sowie Karten- und Informationsmaterial. Optional buchbar sind der Gepäcktransfer und auch Einzelzimmer. Das Paket ist pro Person ab 299 Euro buchbar. Alle Informationen und Buchungsmöglichkeiten gibt es unter www.rotenburg.de, telefonisch unter 06623-5555 und per E-Mail unter tourist-info@rotenburg.de.

Rügen lockt im Herbst mit einer frischen Brise und viel Raum für Entspannung

Von wegen Nebensaison: Wenn die letzten Sommergäste wieder daheim sind und die Strandkörbe allmählich in ihr Winterlager umziehen, beginnt für viele Rügen-Fans die schönste Zeit auf Deutschlands größter Insel. Es geht deutlich gemütlicher zu, die frische Brise und viel Sonne sorgen für reichlich Erholung, zudem lädt die herbstlich eingefärbte Natur zu ausgedehnten Wanderungen ein. “Gerade Naturfreunde schätzen diese etwas ruhigere Jahreszeit. Auch die Gastgeber können sich jetzt mehr Zeit nehmen und sind immer für einen Klönschnack zu haben”, berichtet Reisejournalistin Beate Fuchs von RGZ24.de.

Seepark als Ausgangspunkt für Entdeckungen

Längst kein Geheimtipp mehr, aber doch ein “Muss” bei jedem Rügen-Aufenthalt ist für viele Gäste Kap Arkona. Hier im Norden der Insel herrscht stets eine frische Brise, die einem buchstäblich den Kopf freipustet. Vom Leuchtturm aus hat man einen beeindruckenden Rundum-Blick über das Meer und die Küste. Gut ausgeschilderte Wanderwege führen an der Steilküste entlang zu einem alten slawischen Burgwall. Auch der eigentliche “Nordpunkt” Rügens, der Gellort, ist per Fuß zu erreichen – nur gut einen Kilometer vom Kap Arkona entfernt. Dort thront der eindrucksvolle Siebenschneiderstein, immerhin der viertgrößte Findling Rügens. Ein guter Ausgangspunkt für herbstliche Entdeckungen auf der Insel Rügen ist etwa der Seepark Sellin. Gelegen im idyllischen Naturschutzgebiet, bietet die Anlage mit Appartements von 20 bis 70 Quadratmetern Größe für jeden die passende Bleibe. Unter www.seepark-sellin.de gibt es alle Informationen und Tipps für erholsame Urlaubstage auf Rügen.

Goldener Herbst: Am Abend entspannt die Beine hochlegen

Da Rügen zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands zählt, darf man sich auch im Herbst auf einige goldene Tage freuen. Warm eingepackt kann man die Sonnenstrahlen und die frische Luft genießen. Keine Frage, dass ausgedehnte Touren allerdings müde machen. Praktisch ist ein eigenes Urlaubsdomizil in Form einer Ferienwohnung, wo man am Abend entspannt die Beine hochlegen kann. Wellness-Fans wiederum kommen nach einer Dosis frischer Ostsee-Luft bei einem Sauna-Gang, etwa im “Inselparadies”, auf ihre Kosten.

Im sächsischen Bautzen können Kinder spannende Entdeckungen machen

Kinder vom Computer wegzulocken, ist nicht immer ganz einfach. Doch wenn man ihnen eine Reise zu Dinosauriern und Raubrittern in Aussicht stellt, sind sie vermutlich sofort dabei. Im ostsächsischen Bautzen beispielsweise können sich Familien auf diese und viele weitere Ferienerlebnisse freuen.

Altes Gemäuer mit vielen Geschichten

Schon von weitem ahnt man, wie wehrhaft die einstige Grenzfeste in Bautzen war. Sie thront auf einem Granitfelsen oberhalb der Spree und ist von einer dicken Festungsmauer umgeben. 17 Türme sorgten rundum für weite Sicht auf mögliche Angreifer. In den alten Gemäuern scheint das Mittelalter noch präsent zu sein, mancher junge Besucher verwandelt sich hier in einen Raubritter. Die Türme sind bis heute zum großen Teil begehbar, darunter die Alte Wasserkunst mit noch funktionstüchtigem Pumpwerk und der mächtige Lauenturm. Dort präsentiert der “Lauentürmer” mit spannenden Erzählungen seine Miniaturenausstellung aus der Oberlausitz. Einen kindgerechten Blick in die Geschichte der Region bietet auch das städtische Museum. In 13 Stationen führt der Kinderpfad mit Rätseln und Spielen durch die Ausstellung. Noch mehr Attraktionen zeigt ein bildreicher Kinder-Stadtführer, den die Tourist-Information herausgibt.

Immergrüner Irrgarten

Außerhalb der Festungsmauern warten weitere Entdeckungen. So lädt der nahe gelegene Saurierpark im Ortsteil Kleinwelka dazu ein, den Riesen aus der Urzeit auf den Zahn zu fühlen oder im Lianen-Dschungel über Drahtseile zu balancieren. Gleich nebenan befindet sich Deutschlands größter immergrüner Irrgarten. Um hier wieder herauszukommen, müssen Rätsel gelöst und Abenteuer überstanden werden. Mit der Seilbahn kann man dagegen einfach über das grüne Labyrinth hinweg schweben. Mit etwas älteren Kindern sind diese Ausflugsziele gut per Rad zu erreichen. Auskünfte zum Fahrradverleih erteilt die Tourist-Info. Eine schöne Familien-Radtour ist auch die große Runde um den Stausee mit seinen Bademöglichkeiten, Spielplätzen und dem Tretbootverleih. Hier gibt es außerdem einen Minigolfpark, wo Eltern und Kinder um die Wette putten können.

Mit dem Rad die Ferienregion Teutoburger Wald genießen

Buchenwälder, Wiesentäler und Sandsteinfelsen: Die vielfältige Landschaft im Teutoburger Wald ist wie gemacht für aktive Urlaubserlebnisse. In den nördlichsten Mittelgebirgen Deutschlands lassen sich auch einzigartige Attraktionen wie die Externsteine oder die Porta Westfalica entdecken. Besonders individuell und je nach Wunsch eher sportlich oder entspannt geht dies mit dem Fahrrad: Das gut ausgebaute Wegenetz und zahlreiche Routen machen den “Teuto” zu einem beliebten Revier für den Radurlaub. Einen Überblick zu allen Möglichkeiten gibt es unter www.teutoburgerwald.de/radregion.

Vom Weltkulturerbe ins Land des Hermannsdenkmals

Ein wichtiges Ziel für Kulturbegeisterte ist das zum Unesco-Welterbe ernannte Corvey bei Höxter, direkt an der Weser gelegen. Auf der Kloster-Garten-Route gelangen Radwanderer zu der imposanten Anlage und zu sieben weiteren Klostergärten zwischen Weser und Eggegebirge. Auch reizvoll: die Fürstenroute, die auf gut 150 Kilometern und mehreren Schleifen durch das Land des Hermann führt – mit dem Start in der Residenzstadt Detmold unter dem Hermannsdenkmal. Neben dem Wahrzeichen des “Teuto” und zahlreichen Baudenkmälern in sieben historischen Stadtkernen bietet das Land des Hermann abwechslungsreiche Landschaftserlebnisse. Die flacheren Gebiete an Werre und Bega im lippischen Westen laden ebenso zu Pausen im Grünen ein wie das waldreiche Hügelland im lippischen Norden und Osten.

Flusstour oder Stadtpanorama

Viel Wasser und Natur erwarten Radler auf dem EmsRadweg, der weitgehend eben verläuft und ein idealer Familienkurs ist. Beginnend in der Heidelandschaft der Senne, begleitet er die Ems auf 375 entspannten Kilometern bis zur Mündung in die Nordsee. Deutlich urbaner sind Radurlauber auf der 26 Kilometer langen Route im “Grünen Netz” unterwegs, wenn sie die Stadtparklandschaft der ostwestfälischen Metropole Bielefeld erkunden. Die Kunsthalle und die Sparrenburg zählen zu den attraktivsten Anziehungspunkten. An der Route liegen auch das Stadttheater, das Historische Museum, der Ravensberger Park und der Obersee.

Ausgezeichneter Radgenuss auf der Paderborner Land Route

Auf 252 Kilometern verknüpft die vom ADFC mit drei Sternen prämierte Qualitätsradroute durch das Paderborner Land kulturhistorische und landschaftliche Reize miteinander: von der Klosteranlage Dalheim über die Wewelsburg, die Quellen von Ems, Pader und Lippe, Schloß Neuhaus, Paderborner Dom und Rathaus bis hin zum Großen Viadukt, Europas größter Kalksandsteinbrücke. So schafft der Teuto immer wieder neue Eindrücke – ein Radurlaub reicht bei weitem nicht, um alles zu sehen.

150. Todestag Friedrich Rückert: 2016 erinnert seine Geburtsstadt an den Dichter

“Von allen Ehren mir am meisten werth, ist die, womit die Vaterstadt mich ehrt”: Mit diesem Zweizeiler bedankte sich Friedrich Rückert für die ihm von den Schweinfurter Stadtvätern 1865 verliehene Ehrenbürgerwürde. Denn in Schweinfurt erblickte der später so berühmte Dichter und Orientalist am 16. Mai 1788 das Licht der Welt. Rückert starb am 31. Januar 1866 – aus Anlass des 150. Todestages ehrt die Stadt ihren berühmtesten Sohn mit einem “Rückert-Jahr” 2016. Alle Informationen und Termine gibt es bei der Tourist-Information Schweinfurt 360° unter www.schweinfurt360.de und unter Telefon 09721-513600.

20.000 Gedichte und 44 Fremdsprachen

Friedrich Rückert verfasste 20.000 Gedichte – zugleich beherrschte er 44 Fremdsprachen, darunter vor allem viele orientalische Sprachen. Das Sprachgenie versuchte stets die beiden Welten des Orients und des Okzidents miteinander zu verbinden, sei es durch die Übersetzung der klassischen arabischen und persischen Dichter, sei es durch die Übernahme orientalischer Stoffe und Formen. Rückerts Gedichte wiederum wurden von Schubert, Brahms, Schumann und Mahler vertont. Als der Dichter starb, hinterließ er ein unübersehbares Werk an Übersetzungen, Nachdichtungen und sprachwissenschaftlichen Betrachtungen – aber auch sehr persönliche Lyrik wie die berühmten “Kindertotenlieder”, in denen er den frühen Tod zweier seiner zehn Kinder verarbeitete.

8. April bis 10. Juli 2016: Rückert-Ausstellung in der Kunsthalle

Kern des Gedenkjahres wird eine Literaturausstellung in der Kunsthalle Schweinfurt vom 8. April bis 10. Juli sein. Die Ausstellung wird nicht zuletzt eindrucksvoll zeigen, dass Rückert in seinem Alterswerk bereits in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts viele der ökologischen und gesellschaftlichen Folgen der aufkommenden Industrialisierung scharfsinnig vorhersagte. Angesichts des sich als immer dringlicher erweisenden interkulturellen Dialogs und der gesellschaftlichen wie ökologischen Herausforderungen blickt die Ausstellung auf Rückerts Leben und Werk in allen Facetten zurück.

Der Kocher-Jagst-Radweg passiert zahlreiche sehenswerte Burgen und Schlösser

Der rund 332 Kilometer lange Kocher-Jagst-Radweg in Baden-Württemberg dürfte landschaftlich zu den schönsten Radwegen Deutschlands zählen. Er bietet eine ganze Reihe kultureller Sehenswürdigkeiten. Unterwegs warten Burgen und Schlösser, die zu einer Zeitreise durch die Geschichte einladen. Genaue Etappenbeschreibungen mit GPS-Daten zum Download gibt es unter www.kocher-jagst.de.

Besterhaltene Stauferburg Deutschlands

Wer etwa auf der Etappe von Aalen in die ehemalige Reichsstadt Schwäbisch Hall radelt, sieht schon von weitem die mittelalterliche Marienburg in Niederalfingen, die heute als Jugendherberge genutzt wird. Im weiteren Verlauf der Route nach Künzelsau und Bad Friedrichshall lohnt ein Zwischenstopp auf Schloss und Burg Stetten. Die besterhaltene Stauferburg Deutschlands hoch über dem Kochertal befindet sich seit rund 900 Jahren in Privatbesitz der Freiherren von Stetten – im Sommer finden dort traditionell die Burgfestspiele statt. In Bad Friedrichshall grüßt dann auf einer steilen Anhöhe über der Jagst Schloss Heuchlingen. Die Anlage wurde vermutlich im 12. Jahrhundert als Burg erbaut – ihre heutige barocke Gestalt erhielt sie im späten 18. Jahrhundert unter dem Deutschordensmeister Karl Alexander von Lothringen. Zu den Sehenswürdigkeiten der Drei-Flüsse-Salzstadt gehört zudem das Greckenschloss auf dem Lindenberg.

Stammsitz des Ritters Götz von Berlichingen

Auf den weiteren Etappen des Zwei-Flüsse-Radwegs entlang der Jagst über Dörzbach und Crailsheim nach Ellwangen und wieder zurück nach Aalen gibt es viele weitere Kleinode zu entdecken: im Jagsttal etwa die bekannte Götzenburg in Jagsthausen, wo einst der legendäre Götz von Berlichingen lebte sowie die Burgruine in Krautheim. Eine traumhafte Aussicht auf das Jagsttal verspricht ein Besuch auf Schloss Langenburg, das heute noch Wohnsitz des Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg ist und als eines der schönsten Schlösser Süddeutschlands gilt. Neben dem Schlossmuseum sollte man hier auch das Deutsche Automuseum besichtigen, bevor man anschließend eine gemütliche Kaffeepause im Schlosscafé einlegen kann. In Kirchberg an der Jagst wiederum imponiert das ehemals fürstlich-hohenlohische Schloss auf dem Bergsporn.

Spaziergang zum Ellwanger Schloss

Ein Muss auf der Burgen- und Schlössertour ist ebenso ein Spaziergang durch Ellwangen. Das Renaissance-Schloss hoch über der malerischen Stadt beeindruckt mit einem schönen Arkadeninnenhof und einem sehenswerten Festsaal mit herrlichem Deckenfresko und einem Thronensemble König Friedrichs von Württemberg. Das Schlossmuseum präsentiert unter anderem wertvolle Fayencen aus Schrezheim. Bei Lauchheim indessen erwartet Besucher die Kapfenburg, in der sich heute die Internationale Musikakademie befindet.